Euro-mediterrane Lyrik(t)räume

http://de.qantara.de/content/poetry-slam-als-mittler-zwischen-den-kulturen-euro-mediterrane-lyriktraeume

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Tunisian Experience

http://www.ifa.de/foerderung/crossculture-praktika/stipendiaten-und-alumni/erfahrungsberichte/fabian-pianka.html

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Dr. Zeina Matar: Geschäftskultur Arabische Golfstaaten kompakt

http://www.conbook-verlag.de/buecher/geschaeftskultur-arabische-golfstaaten-kompakt/

 

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Blockdenken in Ost und West überwinden

Kulturdialog in Deutschland

Blockdenken in Ost und West überwinden

Auf Einladung von Bundespräsident Joachim Gauck kamen im Berliner Schloss Bellevue mehrere Tausend Bürger zum Austausch am “Ort der Begegnungen” zusammen. Ein Stimmungsbild von Fabian Pianka über deutsche Willkommenskultur, die Möglichkeiten von Kunst in Konfliktsituationen und den Dialog mit der islamischen Welt.

Deutschland müsse ein “Brückenbauer zwischen den Kulturen” sein, so der deutsche Bundespräsident zum Auftakt seiner Rede beim diesjährigen Berliner Bürgerfest am 30. August. Dafür sei es notwendig, dass Deutschland “Zugewanderten helfe, sich besser zu integrieren”, betonte Gauck in Anspielung auf die teilweise “angespannte” Willkommenskultur in Deutschland, wie es jüngst die Diskussion über den Umgang bei der Aufnahme von syrischen Flüchtlingen wieder deutlich gemacht hat. Veränderung dürfe kein Privileg von wenigen sein, so der Bundespräsident.

Mehr als 10.000 Teilnehmer, von denen sich viele in besonderem Maße ehrenamtlich engagieren, waren der Einladung ins Schloss Bellevue, dem Amtssitz des Bundespräsidenten, gefolgt, um sich zu vernetzen und neue Strategien zu entwickeln. Außerdem wurden über 20 Organisationen vom Bundespräsidialamt dazu ausgewählt, ihre Arbeit einem breiten Publikum vorzustellen. So präsentierte die Anna-Lindh-Stiftung, die sich für den Dialog der Kulturen zwischen Europa und den südlichen und östlichen Mittelmeeranrainern einsetzt, ihre 43 Länder umspannenden Aktivitäten.

Bunte Fotowand im Schloss Bellevue; Foto: © Fabian Pianka

Einblick in die interkulturelle Vielfalt Deutschlands: Bundespräsident Joachim Gauck lud mehr als 17.000 ehrenamtlich Engagierte zum Bürgerfest ins Schloss Bellevue ein. Dort präsentierten sie ihre Initiativen und Projekte, zum Beispiel wie hier mit Bildergalerien.

Das vom Goethe-Institut und dem Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft (ZAK) geleitete deutsche Netzwerk der Stiftung engagiert sich in den Bereichen Kultur, Bildung und Medien. Professor Caroline Robertson-von Trotha, Leiterin des ZAK, betonte im Gespräch mit Qantara.de die Bedeutung, besonders auch junge Menschen für den interkulturellen Austausch und Dialog zu gewinnen. Dabei zeige sich in Zeiten Web 2.0-basierten Inhalten und Blogs, dass auch in der virtuellen Welt persönliches Engagement gefragt sei, so Robertson-von Trotha.

Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen in der MENA-Region, so die gebürtige Schottin, werde deutlich, dass sich nachhaltige Veränderung nicht schnell und kurzfristig erzwingen lässt. Kontinuität, die Intensivierung von Kontakten und vor allem auch das emphatische Verständnis für die Situation der Menschen in den betreffenden Konfliktregionen seien nötig, um vertrauenswürdige Austauschmöglichkeiten zu schaffen.

Die Kraft performativer Angebote

Die Förderung des interkulturellen Austauschs zwischen jungen Menschen ist besonders mit Blick auf die Konflikt- und Krisenregionen äußerst wichtig. In diesem Sinne plädiert Michael Krebs, Vorstandsmitglied der Organisation “Begegnungen  2005”, die sich für Völkerverständigung einsetzt, dass es zuerst darum gehen müsse, die Menschen zu erreichen und in Kontakt zu bringen. Dies gelinge weitaus besser durch performative Angebote und Angebote zu assoziativem Wissenstransfer, etwa durch Kunst- und Musikprojekte, als durch Workshops und Seminare.

Musik und Kunst bringen Menschen zusammen und öffnen die Herzen trotz unterschiedlicher Sprache und Herkunft. Später könnten dann durchaus auch komplexere und problematischere Themenfelder angesprochen werden, so Krebs weiter.

Diesen Gedanken aufgreifend präsentierte sich auch die Gesellschaft “West Östlicher Diwan Festival Weimar”, die im Rahmen der Initiative “Der Orient im Spiegel der Dichtung” Gedichte von Nasreddin, Omar Chajjam und Hafis vorstellten. Diese inspirieren seit Jahrhunderten die Werke europäischer Dichter, nicht zuletzt Goethes “West-Östlichen Diwan”. Dr. Klaus Gallas, künstlerischer Leiter des “West Östlicher Diwan Festivals Weimar”, erklärt, dass es in Zeiten der Globalisierung eine stetige Herausforderung für die Kulturpolitik sei, das “Blockdenken” in West und Ost, in Orient und Okzident, abzubauen. Es gehe darum “gegenseitige Berührungsängste, Vorurteile, Ignoranz und Missverständnisse, die auf beiden Seiten bestehen, aufzudecken und transparent zu machen.” Nur so könnten Annäherung und Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturkreise gefördert werden, so Gallas.

Projekt Heroes: Eine Frage der Ehre

Die mittlerweile weit über Deutschland hinaus bekannt gewordene Organisation “Heroes”, die mit dem “Bambi” für Integration ausgezeichnet wurde, hat sich das Engagement für Gleichberechtigung und gegen Gewalt im Namen der Ehre auf die Fahne geschrieben. Seit 2007 sind die “Heroes”, meist junge Männer mit türkischen oder arabischen Wurzeln, in Berlin und anderen Städten Deutschlands unterwegs, um gegen falsch verstandene Werte anzukämpfen.

Ahmad Mansour; Foto: © Ahmad Mansour

Kampf gegen falsches Ehrgefühl: Der 36-jährige palästinensische Psychologe Ahmed Mansour ist nicht nur Gruppenleiter der Organisation “Heroes”, sondern auch wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Gesellschaft für demokratische Kultur und freier Autor. Mit seinen Publikationen engagiert er sich gegen Rassismus, Antisemitismus und für eine moderne Pädagogik.

In ihren Seminaren setzen sich die jungen Männer mit Themen wie Ehre, Identität, Geschlechterrollen und Menschenrechten auseinander. Es geht dabei um die Überwindung von patriarchalen Strukturen und Vorstellungen von Ehre, die durch die Erziehung oder die Clique weitergegeben werden. Gerade Jugendliche mit Migrationshintergrund, die sich zwischen den traditionellen Werten ihrer Herkunftsgesellschaft und den Anforderungen der Mehrheitsgesellschaft, in der sie leben, befinden, stehen oft zwischen zwei Welten und müssen gegensätzliche Erwartungen erfüllen. Hinzu kommen Unsicherheiten in Hinblick auf die eigene Kultur, die aktuell durch die Umbrüche in Teilen der arabischen Welt im Wandel ist.

Einer falschen Deutung des Begriffs “Ehre” entgegenzuwirken, bedeutet für “Heroes” allerdings mehr als gegen die Kontrolle von einem “anstandslosen” Lebenswandel der Frauen oder gegen kulturelle Relativierungen anzugehen. Die Projektteilnehmer setzten sich auch für das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung aller Menschen ein und kämpfen entschieden gegen Homophobie an. Ahmad Mansour, ein 36-jähriger Palästinenser, ist einer der Gruppenleiter von “Heroes” und seit acht Jahren In Deutschland.

Viele Jugendliche aus Migrationsfamilien denken nicht darüber nach, was sich hinter dem Begriff “Ehre” verbirgt. Deshalb sei es einer der größten Erfolge, wenn die jungen Leute begönnen, Dinge zu hinterfragen. “Das ist so”, sagt Ahmad Mansour, “ist der Satz, der am häufigsten als Erklärung herhalten muss, wenn die Jugendlichen nicht weiter wissen. Dieser Satz muss weg aus den Köpfen.”

Fabian Pianka

© Qantara.de 2013

Redaktion: Arian Fariborz/Qantara.de

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Building trust through slam poetry

International slam poetry workshop in Bonn

Building trust through slam poetry

Last October, the organisation Netzwerk politik|atelier organised a one-day poetry slam workshop entitled “Slamming für 2020” in Bonn for emerging talented poetry slammers from the Arabic-speaking world and Germany. At the end of the workshop, the participants presented their future visions of how people can live together on both sides of the Mediterranean. By Fabian Pianka

The four poetry slammers are waiting nervously to begin. They all belong to different generations and come from different countries on either side of the Mediterranean. What they have in common is the desire to present their perspectives of Euro-Mediterranean realities and to reveal their “Euro-Mediterranean Poetry Dreams” through their own writing.

Using lyrical language and pointed performance, the basic ingredients of slam poetry, the four women – Farah, Anne, Zeynep and Hatice – also want to enrich the dialogue between cultures. And that’s just what they did at this event, which took place at the Deutsche Welle building in Bonn on 16 October.

Zeynep, who is from a Turkish-German background and is the first to perform, riffs on the discrepancies between appearance and reality in Turkey and Germany. She talks about a “facade” that is kept up in both cultures. But “where the sun shines, there is shadow,” she sums up.

The right to be different

Hatice, who has lived in Germany since 1964, uses her slam to emphasise every individual’s right to be different, regardless of skin colour or culture. She insists on the importance of having an opinion and taking responsibility for voicing it.

The youngest participant, Anna, is from Germany. Her slam sums up her thoughts about refugees and migration. “You never wanted to be powerful and rich, all you wanted was freedom and peace,” she slams. “Plastic Boat Metre” is the title of her work.

Farah, whose parents come from Morocco, is a student of philosophy and German literature. She slams about her two “Homelands” – the title of her piece – which compete with each other in her mind like “cynical poison”, but she also talks about the resulting “dreams that create spaces”. There is a sense of inner conflict that also offers opportunities. Farah complains of cramped politics, racism and sexism on both sides of the Mediterranean. That’s why she sees it as her task to build “a bridge between Occident and Orient”.

The slam performances were the result of an intercultural writing workshop run by Netzwerk politik|atelier. Led by the speech trainer Thomas Pries and the drama teacher Ari Nadkarni, the slammers wrote their texts and prepared for the evening performance event in a creative atmosphere.

The panel for the discussion that followed the "Slamming für 2020" poetry workshop in Bonn (photo: Fabian Pianka)

The panel for the discussion that followed the “Slamming für 2020” poetry workshop in Bonn. The new texts presented at the end of the workshop provided insights into different perceptions on both sides of the Mediterranean, helping to deconstruct clichés and prejudice

Addressing interculturality and globalisation

Both coaches were particularly interested in addressing interculturality and globalisation through poetry. They wanted to draw attention to everyday common ground and differences between European and Mediterranean cultures and the conflicts and opportunities that could possibly arise from them.

The discussion following the slam itself focused mainly on current events in the Arab world from the threat posed by Islamic State (IS) and the conflicts in Syria and Iraq to the question of dealing respectfully with refugees.

Over and over again, however, the significance of the effect produced by poetry and the “democratic participatory” approach of poetry slams were highlighted. Poetry slams are making poems “trendy” and “socially acceptable” again and attractive for young people too, said one person who took part in the discussion.

Raising awareness of the Mediterranean

The project, which was run as a co-operation between Deutsche Welle and Netzwerk politik|atelier, was implemented as a network activity of the Anna Lindh Foundation. Active in 42 member states, the foundation is this year holding a series of events entitled “Begegnungs(t)räume: Mittelmeer vor Ort” (Dreams of encounter: The Mediterranean in Situ), focusing on “spaces for encounter and the (un)fulfilled dreams of encounter in Euro-Mediterranean Co-operation”.

Following this lead, one of the aims of the “Euro-Mediterranean Poetry Dreams” project is to raise awareness of the subject of the Mediterranean and call attention to the diverse lives and ways of thinking on both sides of the sea.

The project was inspired by a German-Tunisian initiative. During a Cross Culture placement funded by ifa (Institut für Auslandsbeziehungen, German foreign-relations organisation), Lena Schröder met Farah Bouamar, who was active in the German-Muslim poetry slam group “I,slam”. The two of them decided to launch a German-Tunisian literary competition in Tunis. And so the “A’slama” project was born. “A’slama” means “Hello” in Arabic but also sounds not at all unlike “a slammer”, i.e. a poetry slammer.

Tunisian students of German came together in Tunis, looking at the changes in Tunisian society after the fall of the long-reigning autocrat Ben Ali in funny or melancholy slam poetry. Farah was so impressed by the event that she immediately agreed to join in on a continuation in Germany.

Asked about her motivation for slamming, Moroccan-born Farah says: “Poetry can speak to your heart and mind at the same time, make people part of a story, a discourse, an idea and offer them a new, perhaps critical approach to or a new perspective on all kinds of subjects.”

Two participants in the poetry slam project "A'Slama" in Tunis (photo: ifa)

Two participants in the poetry slam project “A’Slama” in Tunis. The poetry slam project “A’Slama” took place in June 2014. It gave twelve Tunisian students of German the chance to “slam” about their day-to-day lives in Tunisia since the overthrow of Ben Ali

Slamming for dialogue between the cultures

The first poetry slams, held in the USA in the 1980s, sparked off a regular “poetry boom”. The rhythmically spoken poems now have an increasing appeal for audiences in other countries. They give younger people in particular an opportunity to make creative statements on political and social subjects.

In Germany, “I,slam” is one of the best-known initiatives involving young Germans with Arab roots. It aims to provide a platform for young Muslims to express their opinion and be heard. The idea has been very well received, with members of “I,slam” now welcome guests at events around Germany and worldwide.

Performative events such as poetry slams are a simple but effective way to reach people and forge contacts between them. They often allow slammers to address intercultural misunderstandings and prejudices in a more relaxed way than workshops or seminars. That helps to build trust, one of the most important prerequisites for successful intercultural dialogue.

Breaking down prejudice and ignorance

Poetry is no longer only a product of ivory towers; it is written on the streets, in public spaces, in backstreets or online. That much became clear not only during the recent uprisings in the Arab world, where thousands of people chanted together in Tunis or Cairo against the repressive authorities – and were successful.

In our world too, which is increasingly characterised by a blending of cultures, slam poetry can facilitate cross-cultural learning, foster greater empathy and solidarity between cultures, and thus consolidate intercultural competencies. The project “Euro-Mediterranean Poetry Dreams” will be continued with this in mind so that dreams create spaces – from Germany to the Arab world.

Fabian Pianka

© Qantara.de 2014

 

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